Discotronic Exklusivinterview ::: ANDRÉ GALLUZZI :::

May 30th, 2011

Seit März 2011 überraschen wir euch jeden Monat mit einem Exklusivinterview des Künstlers, der auf der nächsten Discotronic Night @ Rocker 33 hinter den Plattentellern, CD-Playern oder seinen Livegeräten steht.

Im Juni hat sich André Galluzzi unseren Fragen gestellt!

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André, abgesehen von Süddeutschland bist du vor allem auch in den Niederlanden sehr oft am Start. Wieso gerade dort? Hast du zu der Region eine besondere Beziehung?

Man kann das immer recht schwer beantworten. Es gibt Regionen, da funktioniert man einfach sehr gut und dann gibt es wiederum Regionen, wo es anders läuft. Der Hauptgrund bei den Niederlanden ist sicher, dass die meisten DJs dort wirklich nur kurze Sets spielen. Ich habe mich von Anfang an dagegen gewehrt - abgesehen jetzt natürlich von Festivals. Die Holländer buchen mich auch meistens in Clubs, in denen ich länger spielen kann und genau das machen einfach dort nicht so viele. Genau dadurch habe ich viele Menschen dort für mich gewinnen können!


Du bist also auch nach wie vor der Anhänger längerer Sets?

Auf jeden Fall. Natürlich muss dazu auch alles passen: Die Anlage, das Publikum. Wenn ich spüre, dass die Leute Bock auf mich haben und es auch zu schätzen wissen, dann gebe ich immer alles! Es gibt natürlich auch Länder wie Italien, wo die Leute von Natur aus darauf getrimmt sind, dass der DJ im Club sie für zwei Stunden unterhält und es dann einen Wechsel gibt. Dann wieder zwei Stunden Unterhaltung und wieder Wechsel… Ich bevorzuge aber auf alle Fälle etwas Anderes.


Wie siehst du als erfolgreicher Künstler, der nach wie vor viel mit Vinyl spielt, die Entwicklung der Szene, gerade auch im Hinblick auf die immer stärker werdende Digitalisierung?

Sehr, sehr traurig, muss ich sagen. Ich verurteile es zwar nicht, damit würde ich mir ja denselben Schuh anziehen wie gewisse Leute, die sagen: Vinyl ist out - das ist genauso daneben. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass es mindestens 50/50 wäre. Ich kann natürlich verstehen, dass viele Leute nicht mehr das Geld haben, sich ständig Vinyl zu kaufen. Mittlerweile spiele ich 90% Platten. Natürlich bekomme ich so viele Promos geschickt, dass ich, wenn ich die alle nicht nutzen würde, doch ein bisschen zurück fallen würde. Deswegen brenne ich mir schon auch CDs und mische sie dann rein - aber auch nur, weil es die noch nicht gibt. Sobald es die auf Platte gibt, sind die in meinem Case. Es ist halt die Entwicklung, man kann es nicht aufhalten, aber solange es irgendwie möglich ist, halte ich auf jeden Fall die Fahne hoch, denn es macht mir immer noch richtig viel Spaß: Ich kann es anfassen, ich kann es sehen, ich hab ‘nen Bezug zum Cover oder die Promo wird voll bemalt. Es ist schon eine eigene Kultur, in den Plattenladen zu gehen, Schwätzchen halten - das gehört für mich einfach dazu. Ich bin sowieso nicht so der Computerfanatiker, Laptop beim Auflegen ist für mich ein absolutes No-Go. Wenn ich mir da jetzt vorstelle, irgendwelche Balken hin- und herzuschieben… Du siehst es ja auch: Mittlerweile raffen es ja auch viele, dass du definitiv den Kontakt zum Publikum sehr stark verlierst. Und ich finde es einfach auch langweilig! Da passiert halt zu wenig mit der Maus… Ich finde es auch geil, wenn du mal ‘ne Platte drauf schmeißt und du merkst auf einmal, es ist die falsche und du schmeißt sie wieder runter und dann die nächste drauf… Bei mir passiert es auch mal, dass sie dreckig ist und dann kommt Wasser drauf - es ist halt schon Programm. Es gehört einfach dazu, so habe ich es kennen und lieben gelernt und daher gibt es für mich keinen Grund, umzusteigen. Man kann ja ein bisschen mit einbauen, das ist dann wieder was anderes. Wie gesagt: Für mich ist Vinyl das Herzstück. Schau’n wir mal, wie es weitergeht; ich glaube, dass es auf jeden Fall ‘ne kleine Zahl von Liebhabern geben wird und solange wir, die DJs, die einigermaßen bekannt sind, das auch weitermachen, denke und hoffe ich, wird es schon auch noch eine Weile gehen. Was ich auch noch zum Stichwort Digitalisierung sagen muss: Es ist natürlich auch undankbar, wenn jemand vor dir spielt, der Traktor benutzt oder digital irgendwie extrem aufgetuned ist und die Platten einfach leiser sind; so ist es immer ein Kampf heutzutage, möglichst ein gutes Level wieder zu finden. Zumal die meisten Veranstalter es nicht mehr auf die Reihe kriegen, vernünftig die Plattenspieler so einzustellen, dass sie nicht springen oder die Nadel am Arsch ist - geschweige denn, wenn überhaupt einer da ist. Das finde ich ziemlich peinlich, muss ich sagen! Da verliere ich enorm den Respekt, weil solange es DJs gibt, die mit Vinyl spielen, haben sie dafür zu sorgen, dass alles funktioniert. Das ist ein großes Thema momentan und es geht uns allen auf den Sack, die noch mit Vinyl spielen.


Du bist seit geraumer Zeit schon bei Cocoon unter Vertrag und dort einer der meistgebuchten Künstler. Wie kam es denn ursprünglich zu dieser Zusammenarbeit?

Vor der Zeit wurde ich von Claudia von Good Groove Music verbucht und habe damals auch mehr als die Hälfte alleine gemacht, was natürlich nicht zukunftsweisend für mich war. Ich habe mich natürlich immer umgeguckt, wo was geht… Irgendwann hat mich Sven [Väth] einfach angesprochen, weil ich zu dieser Zeit recht oft mit ihm gespielt oder für ihn das Vorprogramm gemacht habe. Das hat er mitbekommen und fand das einfach geil; er stand ja auch total auf die Taksi-Sachen damals. Dann habe ich mir das überlegt und wir haben das einfach gemacht!


Cocoon leistet seit Jahren super Arbeit, sowohl was das Label als auch die Bookingagentur angeht. Hast du dir schon öfters gedacht, dass du dort genau richtig aufgehoben bist?

Natürlich, ich fühle mich wohl. Sie kümmern sich, es läuft professionell ab. Das Einzige, was ich sagen muss, wo man immer aufpassen muss - und da stehe ich auch zu -, man muss schon gucken, dass man immer seine eigene Handschrift behält. Ansonsten gehst du auch schnell mal unter! Ich bin jetzt nicht Cocoon in dem Sinne, ich bin André Galluzzi, der die passende Agentur gefunden hat. Sven ist Cocoon. Das verwechseln oft gerne manche Leute. Man muss einfach gucken, dass man eigene Akzente setzt. Für mich war es auch super, dass ich so früh schon nach Berlin gegangen bin. Ich war einer der ersten, der hierher gezogen ist. Zu der Zeit gab es niemanden aus Frankfurt, der auch diesen Sound gespielt hat. Der Ricardo [Villalobos] kam dann auch recht bald, drei, vier Jahre später. Das war für mich auch ganz gut so, weil ich da mein eigenes Ding machen konnte.


Am 3. Juni bist du als unser erster Act überhaupt wieder auf der Discotronic Night im Rocker 33 zu Gast. Was dürfen die Gäste an diesem Abend erwarten?

Ich werde auf jeden Fall ein schönes, rundes Programm mitbringen: Mit Auf- und Abbau und probieren, die Gäste auf eine Reise zu schicken.


Besten Dank für das Interview, André!

Gerne!

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